Trauer, Trost, Glaube
Geistliche Musik in der Prümer Basilika gewinnt Aktualität durch Ereignisse in den USA

Von ANTON SEIBERTS
PRÜM. Trauer in der Musik: Mit einer eindrucksvollen Aufführung von Chorwerken unter dem Thema "Requiem aeternam" erlangte das geistliche Konzert in der Prümer St. Salvator Basilika ungewollte Aktualität im Hinblick auf die jüngsten Terroranschläge in den USA.

Absolute Stille und Konzentration auf die Musik in der Prümer Basilika. Es bedurfte keiner Worte, um die Verbindung der Musik mit den aktuellen Geschehnissen herzustellen. Auf dem Programm des geistlichen Konzertes, das lange vor den Ereignissen in den USA zusammengesellt worden war, standen Werke, die dadurch plötzlich ungewollte Aktualität erlangten. Aber so sehr das Sterben und der Tod auch mit Furcht und Schrecken verbunden wird, bei den in der gut besuchten Basilika gebotenen klangschönen und bildstarken Chorwerken klangen doch immer wieder Glaubenszuversicht, Vertrauen und Trost durch.

Regionalkantor Christoph Schömig hatte mit der Werkeauswahl, mit dem bestens präparierten Kammerchor der Region Westeifel, der einfühlsamen Sopranistin Ursula Dimmer, Joachim Oehm an der Orgel, den Mitgliedern der Jungen Philharmonie Bonn und des sinfonischen Blasorchesters Bitburg-Prüm sowie den Lehrern der Kreismusikschule Bitburg-Prüm einen guten Griff getan. In der Basilika boten sie alle im Rahmen des Kultursommers ein Musikereignis ersten Ranges. Intensiv lauschten die Zuhörer Rudolf Mauersbergers Trauermotette "Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war". Hätte der Komponist sie nach der Bombenacht und Zerstörung Dresdens nicht geschrieben, sie müsste spätestens nach dem 11. September, dem Tag des Terrors, neu geschrieben werden. Auch Josef Rheinbergers (1839-1901) "Stabat Mater g-Moll" (Christi Mutter stand mit Schmerzen) für vierstimmigen Chor, Streicher und Orgel, befasste sich dem Tod und dem Schmerz der Mutter unter dem Kreuz. Seine "Hymne nach dem 84. Psalm" für Frauenstimmen und Harfe, unterdes stellte die Zuversicht und den Trost wiederum in den Vordergrund. Die wohlklingenden Harfentöne unterstrichen den Lobgesang auf den Gnade und Herrlichkeit gebenden Herrn.

Mit "O Nata Lux" hatte Schömig ein Werk des zeitgenössigen Komponisten Morten Lauridsen (geb. 1943) für vier- bis sechsstimmigen a capella-Chor gewählt. Johann Sebastian Bachs "Komm süßer Tod", interpretierte die Sopranistin Ursula Dimmer mit Orgelbegleitung von Joachim Oehm. Auch Knut Nysteds Werk "Immortal Bach", das auf dem vorangegangen Choral "Komm süßer Tod" basiert, begeisterte durch die Notation des Komponisten, bei dem die Übertöne wie ein Augenblick der Ewigkeit erklangen. Eine beeindruckende a cappella-Darbietung des Kammerchores. Auch im zweiten Teil des geistlichen Konzertes zog sich der Trost-Gedanke als roter Faden durch das Requiem des modernen englischen Komponisten John Rutter. Eingestimmt wurde der Zuhörer durch den sich immer mehr aufhellenden und schließlich weich fließenden Kyrie- und Einleitungstext des Eingangschores "Requiem aeternum". In eindrucksvoller Art fand die tröstliche Botschaft in der Komposition Rutters im Zwischengesang von Psalm 130 "Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu dir" ("Out of the deep I have called") ihren Ausdruck. Das klangschöne "Requiem" von Rutter bestach besonders durch die unterschiedlichen Stilelemente der Spätromantik, Gegenwart und Gregorianik erkennbar.

Unterstützt wurde das Konzert vom Kultursommer Rheinland-Pfalz, die Kulturstiftung der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, durch die Katholische Erwachsenenbildung und durch die Region Westeifel.