aus pruem-aktuell (Internet-Zeitung) vom 29.09.2003 Oratorium "Elias" begeisterte das Publikum
in der voll besetzten Basilika
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Engel und Rächer Der Trierische Volksfreund präsentierte "Elias" in Prüm Von EVA-MARIA REUTHER PRÜM. Ein Abend der die Seele leben ließ: In der Prümer Basilika erklang Felix Mendelssohn Bartholdys "Elias" vor ausverkauftem Haus.
Wer sich Felix Mendelssohn Bartholdys himmlischen Chören überlässt, wird wieder zum Kind, das sein Nachtgebet spricht. Wie eine warme, schützende Hülle legte sich die Musik über den Raum der Prümer Basilika, als dort das Doppelquartett der Engel aus dem "Elias" des früh vollendeten Komponisten erklang. Mendelssohns letztes Oratorium ist ein gewaltiges, zwiespältiges Werk, das die naive Klangseligkeit des früheren "Paulus" weit hinter sich gelassen hat. Das Spätwerk des einstigen Wunderkindes ist ein strenges barockes Tongebäude, ausgemalt mit großartigen romantischen Klangbildern. Um den Kampf der alten mächtigen Götter gegen den gütigen "neuen" Gott des Propheten geht es darin. Allerdings ist der "Elias" viel mehr als ein musikalisches Schlachtengemälde. Er ist - das macht ihn so modern - auch ein zutiefst menschliches Drama von der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, von seiner Sehnsucht nach Geborgenheit und seinem Ringen um einen Gott, der sich statt als Institution von Angesicht zu Angesicht offenbart. Der Dirigent Christoph Schömig erwies sich als ein brillanter Dramaturg des Mendelssohn‘schen Glaubenszeugnisses. Der Prümer Regionalkantor verstand sich gleichermaßen auf das Geistige in der Musik wie auf die groß angelegten Klangbilder, auf harte Kontraste wie subtile Klangmalerei. Scheinbar mühelos wandelte sich unter seiner Leitung der vorzügliche Kammerchor der Westeifel vom rasenden Volk zur elysischen Engelschar, durch deren transparenten Chorklang die biblisch verheißene "Klarheit des Herren" leuchtete. "Hebe deine Augen auf" - ein Tonbuchhalter, wer beim berühmten Terzett der Engel keine Gänsehaut bekam. Schömigs straffes, präzises Dirigat war einmal mehr Gewähr, dass Mendelssohns Glaubensbotschaft nicht verwässert wurde. Nicht einen Augenblick drohte die bisweilen betörende Musik in einen formlosen Brei schwärmerischer Seligkeit zu zerfließen. Was die barocke kontrapunktische Form forderte, löste der Kantor ein. Sein tönender Glaube blieb stets bewusste, wenngleich vertrauensvolle Hinwendung, wo alle Erkenntnissicherheit endete. Ein erfrischendes Erlebnis die Solisten: Der junge Burkhard Zass, der für Vesselin Stoykov eingesprungen war, gab einen anrührenden Elias. Sein junger warmer Bass-Bariton verströmte jenes Urvertrauen, das Menschen von Geburt eigen ist und das, wenn auch nicht unangefochten, so doch im Grunde unerschütterlich bleibt. Christine Wehlers edler Alt wandelte sich ausdrucksvoll vom Engel zur rachsüchtigen Königin. Und der junge Marc Dostert leuchtete mit seinem strahlenden schlanken Tenor gleichermaßen als Obadjah wie als Ahab. Sopranistin Christine Wehler (Witwe und Engel) überzeugte vor allem farbenprächtig und ausdruckstark in den mittleren Lagen. Nach oben fehlt es ihrer Stimme noch etwas an Elastizität. Mit der Jungen Philharmonie Bonn hatte Schömig ein Orchester verpflichtet, dem der freudige Ernst im Spiel geradezu im Gesicht stand. Wunderschön leicht erklangen die Streicher, strahlend die Bläser. Herrlich warm ebnete das Cello Elias steinigen Weg in die Wüste und selbst die Pauke jubilierte zuweilen. "Kommt zu ihm, so wird eure Seele leben" hieß es im wunderbaren Schlussquartett. Die lebte längst durch die Musik, wie der begeisterte Applaus bestätigte. |
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Eifelzeitung (Kreis Daun) Wucht, Dramatik und Transparenz Kammerchor der Region Westeifel in Prüm mit „Elias"
Prüm. „Das ging gewaltig unter die Haut", sagte eine eigens aus Wittlich angereiste Kuturrezensentin und traf damit genau ins Schwarze. In der Tat war die Wiedergabe von Mendelssohns Oratorium „Elias" in der Salvator-Basilika Prüm ein musikalisches Großereignis, das höchsten Ansprüchen gerecht wurde. Der Kammerchor der Region Westeifel, besetzt mit Chorsängerinnen und Sängern aus den Kreisen Bitburg-Prüm und Daun, gab mal wieder ein glänzendes Zeugnis ab von exzellenten Talenten in puncto Stimmbildung und musikalischer Gestaltung und Regionalkantor Christoph Schömig hatte bei den Vorbereitungen ganze Arbeit geleistet. Dabei halfen ihm als Orchester die Junge Philharmonie Bonn sowie ein glänzend disponiertes Solistenquartett nebst einigen kleineren Rollen. Der „Elias" von Felix Mendelssohn-BarthoIdy ist eine harte Nuss für alle Interpreten. Dass der Kammerchor der Region Westeifel dieses Monumentalwerk nicht nur total meisterte, sondern in Details wirkungsvoll ausleuchtete, war die ganz große Entdeckung dieses frühen Abends in der Prümer Basilika. Diese Details waren Wucht, Dramatik und Verve in den Forte-Stellen, aber auch kammermusikalische Transparenz in den eher verhaltenen Passagen. Beklemmend und geheimnisvoll zugleich waren die fast im Flüsterton gehauchten und vorbildlich deklamierten Stellen. „Will der Herr denn nicht mehr unser Gott sein in Zion"?, verriet die ganze Verzweiflung des auserwählten Volkes, während „Herr, höre unser Gebet" innige Frömmigkeit verströmte. Mit warmem, sattem, tiefem Klang begleitete die Bassgruppe des Orchesters einige Worte des Elias („So schaue nun vom Himmel herab") und es war nicht besonders tragisch, dass einige Männerstimmen bei „Dank sei Dir, Gott", zu früh einsetzten, wobei an späterer Stelle die aufklingenden Dissonanzen von Schömig und dem Chor nicht verschämt versteckt wurden, sondern voll ausgekostet in erlösenden Wohlklang einmündeten. So ließen sich noch viele tolle Feinheiten im programmatischen Gestalten des Chores anführen. Die „Ohrwürmer" („Hebe deine Augen auf und „Denn er hat seinen Engeln befohlen") wurden sicherlich von der 600-köpfigen Zuhörergemeinde besonders fromm aufgenommen. Ein großartiges Solistenensemble war dem Großwerk ein ebenso würdiger Mitgestalter. Ursula Dimmer (Sopran; Lehrerin an der Kreismusikschule) bestach durch stimmliche Leuchtkraft und Virtuosität. Ruhe, warme Ausdrucksstärke und sonores Volumen zeichneten die Altistin Christine Wehler aus. Feine transparente Stimmführung war die Stärke von Tenor Marc Dostert, und Burkhard Zass. der in letzter Minute für einen plötzlich erkrankten Kollegen als Elias eingesprungen war, versetzte Mitwirkende und Zuhörer gleichermaßen ins Staunen, denn er gestaltete seine Rolle stimmgewaltig und klangschön. In kleineren Partien waren Bernadette Michels und Monika Meyer zuverlässig, während Johanna Schömig mit ihrem glasklaren Sopran ihre Partie gestaltete. Ein Sonderlob gebührt aber dem Spiritus Rector Christoph Schömig, dem am Ende der Chor gewaltigen Beifall zollte. Ludwig Esser |
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